Zwischen Reich und Arm: Das LSPD in den 90ern

Los Santos – Es gab eine bestimmte Zeit in welcher Los Santos wie ein großes Schlachtfeld wirkte. Zwischen 1990 und 2000 war die Stadt extrem gespalten. Einerseits konnte man in South Central die von Paycheck zu Paycheck arbeitende Bevölkerung beobachten. Andererseits gab es in Vinewood und Rockford Hills unfassbar großen Reichtum auf einem kleinen Gelände. So beschäftigte sich das LSPD am einen Tag mit einer Streitigkeit in den Hills verursacht durch eine nicht korrekt geschnittene Hecke, an einem anderen Tag zählte man die Leichen nach einem gescheiterten Drug Deal. Wir haben mit dem ehemaligen Lieutenant of Patrol Steven Holly sprechen können.

Selbst bei einem einfachen Traffic Stop hatte man lieber etwas Backup zur Stelle

„Ich war nicht nur in der Central Division. ’90 bis ’93 war ich als Officer III bei der CRASH Unit in Little Seoul. Wir hatten jeden Tag Angst nicht mehr nach Hause zu kommen. Einige Kollegen haben vor jedem Schichtbeginn gebetet. Andere haben sich den ersten Flachmann hinter die Rüstung gekippt.“

Die 90er begannen hart. Zwar war eine Aufbruchsstimmung aufgrund des nunmehr beendeten Kalten Krieges zu spüren, andererseits zeigte die erschöpfte und durchmischte Bevölkerung, dass Sie gelinde gesagt die Schnauze voll von der Lage hatten. Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne, keine gute Schulbildung, all dass sorgte für die Entstehung von Gangs in Davis. Namen wie die „Grove Street Families“ oder die „Ballas on the Block“ waren in den 90ern noch kleine Fünkchen, dennoch war halb South Central bewaffnet. Das Sheriff Department hatte sowieso Probleme in Ihrer Jurisdiction, aber das Police Department kämpfte hart dagegen: Die CRASH-Units zeigten wo der Hammer hängt, verhafteten hunderte pro Monat, verbreiteten die Nachricht: „Wer sich mit uns anlegt, der bekommt die volle Härte von uns zu spüren.“

Im März 1991 misshandelten 4 Police Officer einen dunkelhäutigen Mann welcher gerade eine Bewährungsstrafe absaß. Es entstanden Aufnahmen zu der Situation in welcher man deutlich erkennen konnte, dass die Officer auf das bereits am Boden liegende Opfer eintraten und einschlugen. Ende April 1992 wurden die 4 Officer vor einem Gericht freigesprochen. Daraufhin begannen die Los Santos Riots. Bis zum 3. Mai 1992 ging vor allem im südlichen Bereich wie Little Seoul, Davis, Strawberry und South Central ein Bürgerkrieg von statten. Law Enforcement Behörden zogen sich gänzlich aus den umkämpften Regionen zurück, verließen Unschuldige und riegelten die Stadt ab. In Little Seoul organisierten sich überwiegend Koreanische Ex-Soldaten und sicherten ihr Viertel durch Waffengewalt. Die „Firebase Koreatown“ sollte bis zum Ende der Riots aufrecht bleiben. Die Unruhen endeten mit dem Einschreiten der National Guard mit tausenden Soldaten.

North Vinewood Shootout: Officer waren heillos überfordert

Die Zeit blieb angespannt. Täglich kam es zu Schießereien und Verfolgungen. Man vergesse nicht OJ Simpson und seine Verhaftung. Aber 1997 kam es zu einem Event, welcher die Geschichte der Polizei in den gesamten USA nachhaltig änderte: Der North Vinewood Shootout

„Ich war einer der ersten vor Ort. Dispatch wusste nur von einem Banküberfall. Als wir die Täter umstellten und aufforderten herauszukommen und sich zu ergeben, brach die Hölle los. Ich werde diesen Tag nie vergessen.“

Zwei schwer gepanzerte und mit mehreren vollautomatischen Waffen ausgestattete Täter eröffnete ein Höllenfeuer. Mehrere hundert Patronen verschossen die Gangster und drängten so die Polizisten zurück. Diese konnten mit ihren 9mm Pistolen und den 12G-Pumpguns nicht viel ausrichten, die Täter waren stark gepanzert. Erst mit dem Eintreffen von SWAT-Units in Bereitschaft konnten die Täter ausgeschaltet werden. Das LAPD erhielt einige Tage später AR-15 Sturmgewehre um diese nun nicht mehr nur für Spezaileinheiten, sondern auch für normale Patrol Units zur Verfügung zu stellen.

Wachsames Auge: Der Watch-Commander und Lieutenant einer Division beobachten die Straßen

Täglich erhielten die Einheiten viele verschiedene absurde Notrufe. Vom einfachen Parkverstoß über eine nackte Person auf einer Hauptstraße bishin zum barricated „Sovereign Citizen“war alles dabei. Und trotzdem gab es viel zu viel zu tun. Es war auch die Zeit, als sich Gangs am LSPD rächten. Viele Officer wurden durch falsche Notrufe in Gassen gelockt und dann ermordet. Fünf solcher Fälle alleine in einer Woche 1995. Das LSPD hatte große Angst davor. Während dem September 1995 erging sogar der Befehl, nur noch mit Helm und Weste auf Streife zu fahren und zu jedem Notruf mindestens drei Streifen zu schicken, was noch mehr Überforderung herbeiführte. Trotzdem – irgendwie ging es doch.

Officer needs help: Ein Officer wurde in einer Gasse niedergestochen

Allgemein bleibt zu sagen: Das LSPD hatte während der 90er viele Krisen, Unruhen und unlösbare Probleme. Auch wenn heute viele sagen, dass die Lage unkontrollierbar in den Straßen ist, muss man an diese Zeit zurückdenken und froh sein, dass heute alles so ist wie es ist. Es könnte immer schlimmer sein.-