Ein offenbar wenig durchdachter Versuch, einen Geldautomaten gewaltsam aus seiner Verankerung zu reißen, endete am Dienstagabend mit einem Motorschaden und einer anschließenden Flucht der Beteiligten. Weit kamen die mutmaßlichen Täter offenbar nicht: Nach Informationen von Weazel News wurden sie noch im weiteren Verlauf gefasst.
Für Fragen sorgte anschließend jedoch nicht nur der gescheiterte Überfall, sondern auch der Umgang der Einsatzkräfte mit der vor Ort eintreffenden Presse.
Geldautomat sollte mit Kleinwagen herausgerissen werden
Nach Erkenntnissen von Weazel News versuchten die Täter, einen Geldautomaten an einem Liquor Store mithilfe eines Abschleppseils und eines roten Kleinwagens aus seiner Verankerung zu reißen.
Der Plan scheiterte allerdings bereits bei der Durchführung: Unter der hohen Belastung und Drehzahl erlitt das eingesetzte Fahrzeug offenbar einen Motorschaden. Damit fiel ausgerechnet das Fahrzeug aus, das für den eigentlichen Raubversuch eingesetzt worden war.
Den Beteiligten gelang es dennoch, die unmittelbare Einsatzstelle zunächst zu verlassen.
Der Geldautomat wurde bei dem Versuch leicht beschädigt und ist derzeit außer Betrieb. Nach vorliegenden Informationen soll das Gerät in naher Zukunft ersetzt werden.

Auffälliger Umgang mit der Presse
Als Weazel News an der Einsatzstelle eintraf, entstand schnell der Eindruck, dass eine Berichterstattung vor Ort möglichst erschwert werden sollte.
Auskünfte oder ein kurzes Statement zum Einsatzgeschehen wurden nicht erteilt. Besonders auffällig war das Verhalten von Lieutenant Liffers vom Los Santos Sheriff Department, der gegenüber den anwesenden Pressevertretern aus Sicht von Weazel News wiederholt respektlos auftrat.
Darüber hinaus wurde angeordnet, Polizeifahrzeuge so umzuparken, dass die Sicht der Presse auf Teile der Einsatzstelle eingeschränkt wurde.
Als Begründung wurde die Absicherung einer möglichen Unfallstelle angeführt. Diese Erklärung war für die vor Ort anwesende Redaktion allerdings nur schwer nachvollziehbar: Zum Zeitpunkt des Eintreffens von Weazel News machte die Situation bereits einen weitgehend geordneten Eindruck. Eine erkennbare akute Gefahr, die eine zusätzliche Abschirmung erforderlich gemacht hätte, war für unsere Reporter nicht ersichtlich.
Warum die Abschirmung?
Selbstverständlich müssen Einsatzkräfte Tatorte sichern, Beweismittel schützen und dafür sorgen, dass weder Presse noch andere Personen laufende Maßnahmen behindern.
Genau deshalb stellt sich jedoch die Frage, warum die Situation offenbar erst mit dem Eintreffen der Presse eine zusätzliche Abschirmung erforderlich machte.
Dass einzelne Einsatzkräfte vor Ort kein spontanes Statement abgeben, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Das Pressegesetz verpflichtet Behörden jedoch grundsätzlich zur Auskunft gegenüber ausgewiesenen Pressevertretern, sofern keine gesetzlichen Ausnahmetatbestände entgegenstehen.
Eine gezielte Veränderung der Einsatzstelle mit dem erkennbaren Effekt, journalistische Aufnahmen zu verhindern oder erheblich zu erschweren, wäre hingegen eine andere Angelegenheit.
Weazel News kann nicht abschließend beurteilen, aus welchem konkreten Grund die Fahrzeuge versetzt wurden. Die vor Ort angeführte Begründung der Unfallabsicherung ließ sich aus Sicht unserer Reporter jedoch nicht mit einer erkennbaren Gefahrenlage in Einklang bringen.
Wenn die Presse kommt, wird zusammengepackt?
Darüber hinaus fällt Weazel News zunehmend auf, wie schnell sich die Situation an Einsatzstellen verändert, sobald Pressevertreter vor Ort erscheinen.
Auch bei diesem Einsatz entstand nach Eintreffen der Presse der Eindruck, dass die Einsatzstelle auffällig schnell aufgeräumt und Einsatzkräfte zeitnah abgezogen wurden, anstatt der Presse zumindest grundlegende Informationen zum Geschehen zur Verfügung zu stellen.
Natürlich besteht für einzelne Einsatzkräfte keine Verpflichtung, spontan vor laufender Kamera Interviews zu führen. Dennoch stellt sich die Frage, warum der Kontakt mit der Presse offenbar zunehmend vermieden wird und selbst kurze Auskünfte zum Einsatzgeschehen nur schwer zu erhalten sind.
Warum entsteht immer wieder der Eindruck, dass eine Einsatzstelle möglichst schnell geräumt werden soll, sobald die Presse eintrifft? Warum werden Fahrzeuge so positioniert, dass Aufnahmen erschwert werden? Und warum scheint ein sachlicher Austausch zwischen Einsatzkräften und Pressevertretern vor Ort teilweise unerwünscht zu sein?
Gerade das Pressegesetz des Staates San Andreas weist der Presse ausdrücklich eine öffentliche Aufgabe zu. Dazu gehört es, Informationen von öffentlichem Interesse zu beschaffen, zu verbreiten und staatliches Handeln auch kritisch zu begleiten. Behörden wiederum sind grundsätzlich zur Auskunft gegenüber ausgewiesenen Pressevertretern verpflichtet, soweit keine gesetzlichen Gründe einer Auskunft entgegenstehen.
Weazel News erwartet dabei weder Zugang zu laufenden Ermittlungen noch Informationen, deren Veröffentlichung Einsätze gefährden könnte. Ein professioneller Umgang mit der Presse und die Möglichkeit, Einsatzgeschehen aus angemessener Entfernung zu dokumentieren, sollten jedoch selbstverständlich sein.
Der gestrige Umgang hinterlässt deshalb einen problematischen Eindruck: Nicht die Presse behinderte erkennbar die Arbeit der Einsatzkräfte – vielmehr entstand vor Ort der Eindruck, dass die Berichterstattung selbst als störend empfunden wurde.
Ob dies tatsächlich die Intention der verantwortlichen Einsatzkräfte war, kann Weazel News nicht beurteilen. Gerade deshalb wäre eine Erklärung der zuständigen Behörde wünschenswert.
Flucht endet für alle mutmaßlichen Täter in Gewahrsam
Während der Umgang mit der Presse Fragen aufwirft, scheint der eigentliche Kriminalfall zumindest hinsichtlich der mutmaßlichen Täter schnell vorangekommen zu sein.
Zwar gelang den Beteiligten nach dem gescheiterten Raubversuch zunächst die Flucht von der unmittelbaren Tatörtlichkeit, nach Aussage eines Zeugen gegenüber Weazel News wurden jedoch zwei der mutmaßlichen Täter später im Bereich Paleto Bay festgenommen.
Für einen weiteren mutmaßlichen Täter nahm die Flucht einen ungewöhnlichen Verlauf: Nach Angaben des Zeugen wurde dieser auf der East Joshua Road von einem Fahrzeug erfasst und anschließend ebenfalls festgenommen.
Damit endete ein ohnehin ungewöhnlicher Raubversuch letztlich ohne den erhofften Geldautomaten, mit einem beschädigten Fluchtfahrzeug und der Festnahme der mutmaßlichen Täter.
Die Angaben zu den konkreten Festnahmeorten und -umständen beruhen derzeit auf einer Zeugenaussage gegenüber Weazel News und konnten bislang nicht unabhängig bestätigt werden.
Zurück bleiben ein beschädigter Geldautomat, ein offenbar durch den Raubversuch außer Gefecht gesetzter Kleinwagen – und Fragen zum Umgang der Einsatzkräfte mit der vor Ort erschienenen Presse.
Unabhängige Berichterstattung darf nicht davon abhängen, ob sie den Verantwortlichen an einer Einsatzstelle gerade gelegen kommt.

